Das Fasten

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. (Mt. 6,16) (Mt. 6,16).

Mehrtägige Fastenzeiten

Große Fastenzeit samt Karwoche

Apostelfastenzeit (Petrus und Paulus)

Fastenzeit vor Mariäs Entschlafen

Fastenzeit vor Mariäs Entschlafen

Eintägige Fastenzeiten

jeden Mittwoch und Freitag (außer in den fastenfreien Wochen)

Festtag der Kreuzerhöhung

Tag der Enthauptung des Hl. Vorläufers und Täufers Johannes

Vortag vor dem Fest der Theophanie

Fastenfreie Zeiten

Woche nach Ostern, also der lichten Woche

Woche nach Pfingsten

Tage zwischen Weihnachten und dem Vorabend der Theophanie

Woche des Zöllners und Pharisäers vor der Großen Fastenzeit

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Das Fasten im Christentum

Das christliche Fasten lässt sich auf Jesus Christus zurückführen. Er selbst fastete, sprach über das Fasten, und sagte das seine Jünger auch fasten werden. Die heilige Schrift bezeugt, dass die Apostel und erste Christen gefastet haben, dies war so in der gesamten Kirchengeschichte bis heute der Fall. "Das Fasten hat alle Heiligen in ihrem gottgefälligen Leben geleitet" (Hl. Basilius der Große).

Das Ziel des Fastens ist es den Körper zu reinigen, den Willen zu stärken, die Seele über den Leib zu erheben, aber vor allem Gott zu verherrlichen und seine heiligen Gebote, die bereits im Paradies verkündet wurden, zu halten.

Wahres Fasten hat zwei Ausprägungen, die physische und die geistliche. Es besteht darin, sowohl auf bestimmtes Essen zu verzichten, als auch auf schlechte Gedanken, Wünsche und Taten, die Gebete zu vermehren, Nächstenliebe zu praktizieren und alle Tugenden des Evangeliums zu erfüllen. Deshalb ermahnt Basilius der Große: "Beschränk indes die guten Folgen des Fastens nicht auf die bloße Enthaltung von Speisen! Das wahre Fasten besteht in der Entfernung der Fehler".

Das Leben eines jeden orthodoxen Christen sollte asketisch sein. Ohne unsere geistliche und körperliche Anstrengung, unterstützt durch Gottes Gnade, ist es unmöglich uns von der Macht der Sünde zu befreien und uns so mit dem Herrn zu vereinen. Aus diesem Grund nimmt das Fasten einen sehr wichtigen Platz in der orthodoxen Spiritualität ein, ohne dessen gibt es keinen Fortschritt in irgendeiner der christlichen Tugenden. In der Antike umfasste der Begriff „Fasten“ den vollständigen Verzicht auf jegliche Nahrung, um später die Bedeutung des Verzichts auf eine bestimmte als "fettig" bezeichnete Nahrung zu erhalten, d.h. eine Nahrung die tierische Fette enthält. Aber zu bestimmten Zeiten gilt der Verzicht auch auf zubereitete Nahrungsmittel mit pflanzlichen Fetten. Zu reinen Fastenspeisen gehören daher: Brot, Gemüse, Obst und diverse andere Früchte. Eine besondere Art des Fastens ist das „trockene“ Essen, bei dem ausschließlich ungekochte (trockene) Fastenspeisen zu sich genommen werden.

Wir finden das Fasten in vielen Religionen, aber erst in der orthodoxen christlichen Tradition erhält es seine volle spirituelle Bedeutung, und bezieht sich damit nicht nur auf körperliche Enthaltsamkeit, sondern versteht auch die Anstrengung der Seele in der Tugendhaftigkeit. Fasten existierte auch in der alttestamentlichen Kirche, es drückte die Bekehrung des Menschen zu Gott, dessen Reue und Bescheidenheit aus. Durch das Fasten ordnet sich der Mensch seinem Schöpfer unter. Die körperliche Anstrengung im Fasten bereitet die Seele geistlich darauf vor, im Gebet Hilfe bei Gott zu suchen. Gottes Gebot des Fastens wurde bereits dem Vorvater Adam im Paradies gegeben. Erst als er das Gebot des Fastens verletzte, verfiel Adam in Leidenschaft und Hochmut. Daher ist das Gebot zum Fasten ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes, das der Herr durch den Propheten Moses an das jüdische Volk weitergegeben hat. Man fastete in jeder Not und Trauer, bei Gefahr von Krieg und Leid, und wann immer es nötig war, um Gottes Barmherzigkeit zu erbeten. Schon die alten Propheten lehren uns, dass Gott nur jenes leibliche Fasten gefällt, welches mit der Abstinenz von jeder bösen Tat, Wort und Gedanken einhergeht. Auch im Neuen Testament gibt es viele Beispiele für gottgefälliges Fasten. Der Herr Jesus Christus selbst fastete 40 Tage und Nächte vor dem Beginn seiner Predigt über das Kommen des Himmelreiches. Der Herr lehrt uns, unauffällig und ohne Heuchelei zu fasten, also im Gegensatz zu den Pharisäern, die durch ihr öffentliches Fasten nur menschliche Ehre und Ruhm erlangen wollten.

Der Sinn des Fastens

Das Hauptziel des Fastens ist die Reinigung der Seele und des Körpers von leiblichen und seelischen Leidenschaften, sowie die Verherrlichung Gottes und seiner Heiligen. Das Fasten hemmt die Gelüste am Genuss, befreit den menschlichen Geist aus der Tyrannei der Leidenschaften und schlechter Gedanken. Der so gereinigte menschliche Verstand steigt dann dem Himmel empor. Ein gesammeltes Gebet und der Erwerb einer christlichen Tugend ist ohne geistiges und leibliches Fasten unmöglich. Das wichtigste Ziel des Fastens ist jedoch, durch seine Hilfe die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott zu erlangen. Ohne der geistlichen Reinheit, die man unter anderem durch das regelmäßige Fasten erlangt, können wir uns nicht Gott nähern im reinen Gebet, um so Teilhaber an der Gnade Gottes zu werden.

So lehrt uns der heilige Johannes Chrysostomus, was das wahre Fasten ist: „Du sagst du fastest. Überzeuge mich mit deinen Werken davon. Und was sind das für Werke? Wenn du einen Armen siehst, gib ihm ein Almosen. Wenn du deinen Feind triffst, schließe Frieden mit ihm. Wenn dich ein schönes Gesicht auf der Straße begegnet, wende deinen Blick weg. Faste daher also nicht nur mit dem Bauch, sondern auch mit den Augen und Ohren, Armen und Beinen, und allen Gliedern deines Körpers. Lass die Hände fasten das sie sich der Gier und dem Diebstahl enthalten. Lass deine Füße fasten, damit du nicht auf den Wegen der Sünde wandelst. Lass die Augen so fasten, das sie nicht leidenschaftlich schöne Gesichter betrachten oder neidisch auf das Gut anderer Menschen schauen. Du sagst das du kein Fleisch isst. Aber pass auf, dass du nicht lustvoll mit deinen Augen alles schluckst was du um dich herum siehst. Faste auch mit deinem Gehör, indem du keinem Lästern und Intrigen zuhörst. Mit dem Munde und der Zunge faste und enthalte dich hässlicher Worte und Witze. Was nützt es uns kein Fleisch und Fisch zu essen, aber unsere Nächsten dabei zu beißen und zu verschlingen?

Der heilige Photius, Patriarch von Konstantinopel, sagt: „Gott wohlgefälliges Fasten beinhaltet neben der Enthaltung von Nahrung, auch die Distanz von aller Sünde, Hass, Neid, Lästerung, unangemessener Witze, leerem Geschwätz und anderer Übel. Wer nur leiblich fastet und ohne dabei nach Tugend zu streben, gleicht einem Mann der ein schönes Haus gebaut hat, aber darin mit Schlangen und Skorpionen lebt."

Fasten ist untrennbar mit Almosen verbunden, und deshalb lehren uns alte christliche Schriftsteller, dass das überschüssige Geld, welches wir während der Fastenzeit durch eine mäßige Ernährung ansparen konnten, als Almosen an die Armen und Kranken gegeben werden kann, um so dem Leib das Überschüssige entziehend, wir der Seele das Notwendige schenken.

Während der Fastenzeit sollen wir unsere Seelen mehr mit Gebet und dem Wort Gottes nähren, als unser Leib mit Nahrung und leiblichen Freuden. Der Herr lehrt uns im Evangelium, dass böse Geister nur durch Fasten und Gebet ausgetrieben werden können. Deshalb ermutigt die Kirche während der Fastenzeit ihre Gläubigen, intensiver zu beten, sowohl gemeinschaftlich im Tempel, als auch im persönlichen Gebet zu Hause. Es reicht nicht nur mit Taten und Worten zu fasten, sondern auch in Gedanken. Was nützt es uns, wenn wir uns unreiner Taten enthalten, wir aber leidenschaftlich und genussvoll über dieselben fantasieren? Das Gebet samt leiblichem Fasten ist die stärkste Waffe im Kampf gegen leidenschaftliche Gedanken und Fantasien. Während der Fastenzeit sollten Gläubige jegliche Feiern und Feste meiden, die Ehepartner sollten sich in der Zeit voneinander enthalten. Während der Fastenzeit werden daher auch keine Hochzeiten vollzogen. Es ist angebracht während dieser Zeit den Konsum von Fernsehen und Radio maximal zu reduzieren, und diese Zeit für das Lesen der Heiligen Schriften und andere religiöse Bücher zu nutzen.

Fasten mittwochs und freitags

Mittwoch und Freitag galten von Anfang an als Fasten- und Gebetstage. An diesen Tagen wird das ganze Jahr über gefastet, außer während der sogenannten „fastenfreien Zeiten“. Diese Zeiten werden später näher erläutert. Das Fasten am Mittwoch ist der Erinnerung an Judas' Verrat an dem HErrn Christus gewidmet, während wir am Freitag fasten, weil der HErr an diesem Tag am Kreuz gekreuzigt wurde. Die Missachtung dieser Fastentage wird im 69. Kanon der Apostel verurteilt. Seit der Antike her wird an diesen Fastentagen "auf Wasser" gefastet, d.h. ohne Verwendung von Öl in Speisen. Fällt auf diese Tage ein hoher Feiertag (rot gekennzeichnet im Kirchenkalender) oder ein Heiliger, dessen Name im Kirchenkalender schwarz betont eingetragen ist, ist Öl und Wein bei der Speise erlaubt. Bei gesundheitlicher Schwäche kann an diesen Tagen immer „auf Öl“ gefastet werden. Was das geistliche Fasten angeht, sollte man mittwochs und freitags immer mehr und inniger beten, und besonders die Kapitel der Heiligen Schrift lesen, welche den Verrat an Christus, seine Verurteilung und Kreuzigung beschreiben.

  1. Große Fastenzeit

Die Große (genannt auch heilige) Fastenzeit ist die wichtigste Fastenzeit im Jahreskreis. Grundlegende Aufgabe dieser Fastenzeit besteht darin, uns körperlich und geistig auf das Fest der Auferstehung Christi (Ostern) vorzubereiten. Es ist gleichzeitig das strengste Fasten der Kirche und auch obligatorisch für alle Christen. Während dieses Fastens verzichten wir auf Fleisch, Eier, Käse, Milch und damit auf alle Lebensmittel mit tierischen Fetten. Wein und Öl sind nur samstags und sonntags erlaubt, sowie zum Fest der Heilgen Vierzig Märtyrer, während Fisch nur zum Festtag der Mariä Verkündigung und am Palmsonntag. An allen anderen Tagen wird "auf Wasser" gefastet, vor allem mittwochs und freitags streng. Wegen gesundheitlicher Schwäche kann, außer mittwochs und freitags, Öl wochentags auch erlaubt werden, jedoch mit dem besonderen Segen des Pfarrers oder Beichtvaters. Die ersten drei Tage der Großen Fastenzeit werden von jeher besonders streng gefastet. Das gilt auch für die letzte Fastenwoche, die wir "auf dem Wasser" fasten, außer am Gründonnerstag, an dem wir Öl und Wein zu uns nehmen können. Am Karfreitag verzichten wir auf Essen und Trinken komplett bis zur Prozession mit dem Grabtuch, also bis nach 15 Uhr nachmittags. Danach wird nur eine leichte Mahlzeit „auf Wasser“ eingenommen. Wir fasten auch strikt den Karsamstag als einzigen Fasten-Samstag im Jahreskreis.

  1. Weihnachtsfasten

Die nächste längere Fastenzeit im Jahr ist das Weihnachtsfasten, das ebenfalls vierzig Tage dauert, aber nicht so streng ist wie die Große Fastenzeit. Diese beginnt am 15./28. November und endet am 24. Dezember/06. Januar. Während dieser ganzen Fastenzeit essen wir kein Fleisch, keine Milchprodukte und keine Eier. Öl und Wein sind an allen Tagen erlaubt, außer mittwochs und freitags, diese werden weiterhin "auf Wasser" gefastet. Fisch ist jeden Samstag und Sonntag, sowie am Festtag der Heiligen Jungfrau Mariä erlaubt, auch wenn dieser auf Mittwoch oder Freitag fallen sollte. Die letzte Woche des Weihnachtsfasten ist wieder strenger, also ohne Fisch und falls möglich "auf Wasser". Am Tag des Heiligabends wird weder Öl noch Wein zu sich genommen, es ist also obligatorisch "auf Wasser" zu fasten. Ebenso ist sehr wichtig, dass orthodoxe Christen, die in Ländern leben, in denen die Neujahrsfeiertage nach dem neuen Kalender gefeiert werden, welche dann in die Zeit des Weihnachtsfastens fallen, das Fasten nicht brechen, sondern das neue Jahresfest nach dem orthodoxen Kalender begehen. Damit werden die Tradition ihrer Vorfahren und die Regeln der Kirche gewahrt.

  1. Apostelfasten

Das Apostelfasten dauert vom Sonntag Allerheiligen (Sonntag nach Pfingsten) bis zum Fest der hl. Apostelfürsten Petrus und Paulus (28. Juni/12. Juli). Dessen Dauer hängt also von den Oster- und Pfingstzyklen ab, da das Datum des Beginns jährlich variiert und immer aber am festen Datum endet. Dieses Fasten ist sehr ähnlich wie das Weihnachtsfasten, wenn auch etwas milder. Fleisch, Milchprodukte und Eier werden während der gesamten Dauer nicht konsumiert. Fisch, Wein und Öl werden jeden Tag gegessen, außer natürlich mittwochs und freitags, die "auf Wasser" gefastet werden. Am Tag vor dem Apostelfest wird ebenfalls streng gefastet, es sei denn, dieser fällt auf einen Samstag oder Sonntag, wo die Verwendung von Öl erlaubt ist. Am Festtag zur Geburt Johannes des Täufers essen wir Fisch, auch wenn dieser auf einen Mittwoch oder Freitag fallen sollte. Wenn dagegen aber das Apostelfest auf einen Mittwoch oder Freitag fällt, nehmen wir nur Fisch, Wein und Öl zu sich.

  1. Fastenzeit vor Mariäs Entschlafen

Das Fasten vor Mariäs Entschlafen ist die kürzeste der vier großen jährlichen Fastenzeiten und dauert nur 14 Tage, nämlich vom 1./14. August bis zum 15./28. August. Es ist der geistlichen Vorbereitung zum Fest der Entschlafung der Allerheiligsten Gottesmutter gewidmet. Dieses Fasten ist strenger als das Weihnachts- und Apostelfasten, welches orthodoxe Christen aufgrund ihres großen Respekts vor der Heiligen Jungfrau ähnlich wie das Große Fasten begehen. Alle Tage werden "auf Wasser" gefastet, außer Samstag und Sonntag, wo Öl und Wein erlaubt sind. Ausnahme ist das Fest der Verklärung Christi, wo Fisch gegessen wird, egal an welchem Wochentag dieser fällt. Ist das Fest Mariä Entschlafung an einem Mittwoch oder Freitag, nehmen wir an dem Tag ausschließlich Fisch, Wein und Öl zu uns. In unserem Volk ist es Brauch, dass neue Weintrauben erst am Tag der Verklärung Christi gegessen werden, da an dem Tag in den Kirchen die Weintrauben gesegnet und mit Menschen geteilt werden.

  1. Festtag des Kreuzes am 05./18. Januar, Vorabend der Theophanie

An diesem Tag fasten wir streng, vorzugsweise nur "trockene" Speisen, es sei denn der Tag fällt auf einen Samstag oder Sonntag, dann können wir "auf Öl" Speisen zubereiten. Durch dieses Fasten bereiten wir uns vor auf das Fest der Theophanie, und auf das Trinken des Weihwassers nach der großen Wasserweihe, die an dem Tag stattfindet.

  1. Fest der Kreuzerhöhung am 14./27. September

Die Fastenregel ist die gleiche wie am Festtag des Kreuzes.

  1. Tag der Enthauptung des Hl. Vorläufers Johannes, 29. August/11. September

Zu Ehren des Hl. Johannes des Täufers und seines Martyriums; dieses Fasten wird wie an den beiden zuvor beschriebenen Tagen begangen, es sei denn, der Feiertag fällt auf einen Samstag oder Sonntag, wo auch Öl und Wein erlaubt ist. Es gibt in unserem Volk einen frommen Brauch, wonach an diesem Tag nichts vom Teller zu essen ist und rote Speisen und Früchte zu vermeiden sind. Dies zum Erinnern an die Hinrichtung des hl. Vorläufer, dessen Kopf enthauptet und auf einem Teller serviert zu Herodias gebracht wurde.

Das Fasten kann das ganze Jahr über und zu einigen anderen besonderen Anlässen abgehalten werden:

  1. Bei Krieg, Katastrophen und großem Leid kann der Bischof das Fasten für das Volk anordnen, um so Gottes Erbarmen zu erflehen.
  2. Ein Beichtvater kann seinen geistlichen Kindern aus verschiedenen Gründen das Fasten als Buße auferlegen.
  3. Die Heiligen Väter empfehlen einige Tage vor der Taufe, der Salbung, dem heiligen Ehesakrament oder der Priesterweihe zu fasten.
  4. In der orthodoxen Kirche ist das Fasten vor der Heiligen Kommunion üblich. Jeder Christ, der sich auf das Heilige Abendmahl vorbereitet, ist verpflichtet ab Mitternacht des Vortages auf Essen, Trinken, Tabakkonsum und Beischlaf zu verzichten. Der Abend vor der hl. Kommunion sollte im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift und anderer geistlicher Bücher verbracht werden, um sich so gut wie möglich auf den Empfang der heiligen Sakramente vorzubereiten. Was das mehrtägige Fasten vor dem Heiligen Abendmahl betrifft, so hängt dessen Länge und Strenge vom Segen des Beichtvaters oder Pfarrers ab. Für diejenigen, die regelmäßig alle kirchlich vorgeschriebenen Fastenzeiten nach dem Typikon halten, und auch regelmäßig zur Beichte gehen, schreiben Geistliche oft keine weitere Fastenzeiten vor dem Heiligen Abendmahl vor. Da jedoch die meisten Gläubigen unserer Kirche kein regelmäßiges und wie von der Kirche vorgeschriebenes Fasten halten, und auch nicht regelmäßig beichten, legt diesen die Kirche eine strengere und bis zu siebentägige Fastenzeit "auf Wasser" auf. D.h. ohne Verwendung von Öl und Alkohol bei den Speisen. Eine Beichte vor der hl. Kommunion ist obligatorisch.

Fastenfreie Wochen sind Zeiten, in denen die Kirche sogar mittwochs und freitags den Verzehr von Speisen aller Art erlaubt. Auf diese Weise kommt der festliche Charakter jener Zeiträume zum Ausdruck, die notwendigerweise auf die großen Feiertage (Hochfeste) folgen.

  1. Im Zeitraum von zwölf Tagen zwischen den zwei großen Feiertagen, dem Weihnachten und der Theophanie. An allen Tagen in diesem Zeitraum, außer natürlich am Tag des Kreuzes, an dem das Fasten streng ist, ist die Verwendung aller Art von Lebensmitteln erlaubt.
  2. Die Lichte-Woche ist die Zeit von Ostern bis zum Thomas-Sonntag. Die ganze Woche hat einen hoch festlichen Charakter. Das Fasten ist da sogar strengstens verboten. Außerdem ist während der gesamten Pentekoste, also von Ostern bis zum Pfingstfest, striktes Fasten „auf Wasser“ verboten. Mittwochs und freitags ist Fasten „auf Wein und Öl“ in dieser Zeit erlaubt. Am Mittwoch der Pentekoste-Mitte und am Mittwoch dem Oster-Festabschluss ist zudem Fisch erlaubt.
  3. In der Pfingstwoche, welche vom Pfingstfest bis zu den Allerheiligen dauert, an diesen Tagen ist der Verzehr aller Art von Speisen erlaubt, auch mittwochs und freitags aufgrund des festlichen Charakters dieser Heilig-Geist-Woche. Zu den fastenfreien Zeiten können wir bedingt auch die ersten drei Wochen des Triodions zählen, also drei Wochen vor Beginn der Großen Fastenzeit. In diesen Wochen bereiten wir uns nach und nach auf die Große Fastenzeit vor:

In der ersten „Woche des verlorenen Sohnes“, dürfen wir alles essen, auch mittwochs und freitags.

In der zweiten „Woche der Fleischentsagung“, ist an allen Tagen fastenfrei, außer Mittwoch und Freitag, wo wir „auf Wasser“ fasten. Am Ende dieser zweiten Woche verzichten wir auf Fleisch, und essen es nicht mehr bis zum Osterfest.

Die dritte „Woche der Butterentsagung“ hat ebenfalls einen vorbereitenden Charakter, und der Verzehr von Fleisch ist an diesen Tagen verboten. Während dieser Woche können wir Fisch, Milchprodukte und Eier essen, doch am letzten Tag vor Beginn der Großen Fastenzeit verzichten wir auch auf diese Produkte. Danach beginnt die große und heilige Fastenzeit.

Es ist sehr wichtig, dass orthodoxe Christen genauso zur Patroziniumsfeier (Slawa) fasten, welche in die Fastenzeiten fallen kann - wie z.B. heiliger Nikolaus oder andere. Die Begehung solcher Patroziniumstage mit üppigem und fleischlichem Essen, mit unanständiger und ungezügelter Freude, wird als Sünde angesehen. Damit ziehen wir eher Gottes Zorn auf uns, anstatt dem heiligen Schutzpatron die Ehre und den Respekt zu erweisen.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern in Christus, halten wir regelmäßig die heilige Fastenzeit. Das Fasten wird uns viele gute Dinge bescheren, und Gottes Segen auf unser Haus und unsere Familie herbeiführen. Gott wird unsere Bitten nur schwer erhören, wenn wir diese nicht durch unser eigenes Bemühen im Fasten, Gebet und den heiligen Tugenden unterstützen. Vergessen wir dabei nicht, dass nicht der HErr unser Fasten und Hungern benötigt, sondern wir selbst, damit unser Herz weich wird, zerknirscht und demütig vor Gott, fähig, Gottes Gnade und Hilfe zu empfangen. Durch das Fasten drücken wir auch unsere Liebe und unseren Glauben an den HErrn aus, denn nur wer alle Gebote des HErrn hält, hat die wahre Liebe zu seinem Schöpfer. Und das Gebot zum Fasten ist eines der wichtigsten Gebote des HErrn. Lasst uns nicht auf diejenigen achten, die träge sagen, dass „Sünde nicht in den Mund hineinkommt.“ Die Sünde der Nachlässigkeit im Fasten liegt nicht in der Nahrung selbst, die wir dankbar aufnehmen, sondern vor allem in der frechen Übergehung der Gebote des HErrn bezüglich dem Fasten, sowie der Kirchenordnung, die von den gotttragenden Vätern und unter der Inspiration des Heiligen Geistes vorgeschrieben wurden. Von Heiligen der Kirche Christi, die uns diese Ordnung als ewiges Vermächtnis und unfehlbaren Weg geistlicher Vollkommenheit hinterlassen haben.

Kirche der Synaxis der Serbischen Heiligen

Möhringer Str. 81A, 70199 Stuttgart

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