Die Taufe

Jesus antwortete: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Joh 3,5)

Die Taufe ist das allererste Sakrament. Sakramente sind Handlungen eines Priesters, bei denen die unsichtbare Gnade Gottes auf sichtbare Weise erlangt wird. Das heilige Sakrament der Taufe ist das erste in der Reihenfolge unter den Sakramenten, da bei diesem Ritus der Neuge-burt, die neu getaufte Person Mitglied der Kirche wird, also in die Kirche Christi eintritt. Die Taufe ist die Geburt für das neue Leben. Die getaufte Person erlangt somit das Recht, an der eucharistischen Versammlung teilzunehmen und die heilige Kommunion zu empfangen. Die Taufe ist der Beginn des geistlichen Lebens, die geistliche Geburt für die Ewigkeit. Sie wird nur einmal vollzogen - so wie wir nur einmal physisch geboren werden, so werden wir geistlich ebenfalls nur einmal geboren. Die Taufe ist die Voraussetzung für unsere Erlösung. Der ortho-doxe Glaube wird nicht vererbt sondern durch die Taufe erlangt. Diejenigen, die nicht getauft worden sind, können sich nicht als „würdig“ erweisen alle anderen Sakramente zu empfangen.

Sobald ein neuer Mensch auf die Welt Gottes kommt, beschützt die heilige Kirche sofort ihn und seine Mutter von allem Bösen, mit drei besonderen Gebeten, welche der Priester für die Mutter und das neugeborene Kind spricht. Leider wissen heute viele Menschen nicht, dass diese Gebete unmittelbar nach der Geburt existieren, und nehmen so deshalb auch keinen Kontakt zu dem Priester auf. Wir sollten uns jedoch um die Erneuerung dieses Brauchs bemühen und un-sere Priester rechtzeitig informieren, um somit das erste Erscheinen des Menschen auf dieser Welt durch das Gebet zu segnen, wie es von der heiligen Kirche festgelegt wurde.

- ist ein Brauch der orthodoxen Kirche, wonach am achten Tag nach der Geburt ein Neugeborenes in die Kirche gebracht wird. Über das Neugeborene werden dann Gebete gelesen und ein Name gegeben, auf welchen es später im Ritus der Taufe getauft wird. Das Neugeborene wird zum Narthex (Vorraum vor dem Haupteingang der Kirche) gebracht, wo ihm ein christlicher Name in einem Gebet gegeben wird. Das wird zur Gedenken an des Tempelgangs Christi zelebriert, als er am achten Tag in den Tempel gebracht wurde und seinen Namen bekam.

Am vierzigsten Tag nach der Geburt eines Kindes sollte die Mutter mit ihrem Neugeborenen die Kirche aufsuchen, unabhängig davon, ob ihr Kind bereits getauft wurde oder nicht, damit besondere Gebete für sie gelesen werden. In Bezug auf das neugeborene Kind wird dieser Akt als "Kirchengang?" genannt, d.h. Einführung in die Kirche, während er in Bezug auf die Mutter, die Bedeutung der Reinigung von natürlichen Unreinheiten nach der Geburt hat. Bis zum vier-zigsten Tag nach der Geburt des Kindes darf die Mutter die Kirche weder betreten, noch darf sie die Kommunion empfangen. Diese Regel gilt nicht wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Wenn das Kind vor dem vierzigsten Tag nach Geburt getauft wurde, nimmt die Mutter an der Taufe in der Kirche nicht teil, weshalb auch empfohlen wird, das Kind erst nach den vierzig vollendeten Tagen (außer in Lebensgefahr) und den gelesenen Reinigungsgebeten für die Mut-ter, zu taufen.

Die Taufe ist für alle Menschen von Lebensanfang an unerlässlich, weshalb sie in der orthodoxen Kirche unmittelbar nach der Geburt durchgeführt wird. Das Heilige Sakrament der Taufe kann zu jeder Jahreszeit und zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass das feierliche Ereignis der Taufe von Festen begleitet wird, empfiehlt die Kirche daher, die Taufe außerhalb der Fastenzeit durchzuführen da ansonsten die Feierlichkeiten nach dem Fastenmodus gefeiert werden müssen.

Es ist auch nicht zu rechtfertigen, die Taufe aus irgendeinem Grund auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Einige warten monatelang auf den Paten, andere rechtfertigen sich damit, dass sie zu beschäftigt sind, andere warten auf eine günstige Gelegenheit zum Feiern, um das Kind zu taufen. Außerdem hat sich heutzutage ein sehr schlechter Brauch manifestiert: man wartet auf den ersten Geburtstag des Kindes, damit die Taufe gleichzeitig gefeiert werden kann. Die Eltern verhalten sich so gegenüber ihrem liebsten Wesen sehr fahrlässig. Wie wäre es, wenn sie ein krankes Kind im Haus hätten und auf eine geeignete oder zufällige Gelegenheit warten würden, um es zum Arzt zu bringen, ohne daran zu denken, dass es zu spät sein könnte. Daher sagt einer der frühesten christlichen Schriftsteller, Tertullian (+230): „Jeder Tag gehört dem HErrn, jede Stunde, jede Zeit eignet sich für die Taufe“ während der heilige Simeon von Thessaloniki uns sagt: "Jeder, der kommt, sollte getauft werden und wir sollten uns weder mit der Zeit noch mit dem Tag oder irgendetwas beschränken, weil es um die Erlösung des Menschen geht."

Deshalb sollte die Taufe ohne Verzögerungen vollzogen werden. Man sollte nicht warten bis materielle oder andere Bedingungen erlangt werden, denn je früher ein Kind getauft wird, desto eher wird es die Kraft eines neuen Lebens in Christus erhalten.

Die Taufe von Kindern erfordert keine besondere Vorbereitung des Kindes selbst, da Kinder nach dem Glauben ihrer Eltern und ihres/r Paten/in getauft werden, der/die im Sakrament der Taufe zum geistlichen Elternteil des Patenkindes wird, weil er/sie ihn geistlich zur Welt bringt für Gott und für die Ewigkeit.

Der/die Pate/in begleitet sein/ihr Patenkind bei seinem geistlichen Heranwachsen zur Fülle Christi. Er/sie hat zusammen mit den Eltern des Kindes eine große Verantwortung für die christliche Erziehung des Kindes, indem er/sie sowohl die Tugenden als auch die Sünden des Patenkindes, als sein/e wichtigste/r spirituelle/r Erzieher/in, mitverantwortet. Daher sind die Eltern des Kindes gut beraten, bei der Auswahl eines/r Paten/in ernsthaft darüber nachzudenken, inwieweit dieser geistliche Elternteil das Kind tatsächlich lebenslänglich begleiten und führen kann. De/die Pate/in sollte ein tugendhaftes und vorbildliches Leben führen, damit er/sie ein lebendi-ges Vorbild für sein Patenkind sein kann. Er/sie muss zum Zeitpunkt der Taufe volljährig sein (jedenfalls nicht jünger als 15 Jahre alt sein), um die Verpflichtungen zur Erziehung eines Pa-tenkindes erfüllen zu können. Auf der anderen Seite, sollte er/sie auch nicht zu alt zu sein, weil in diesem Fall er/sie nicht in der Lage sein wird das Patenkind lange zu begleiten. Durch die Patenschaft geht man eine geistliche Verwandtschaft ein, die mit dem/r Paten/in, dem Patenkind und den Eltern des Patenkindes beginnt und bis zum siebten Grad reicht, sowie bei einer Blutsverwandtschaft. Deshalb ist es nicht üblich, dass nahe Verwandte Paten werden, so dass es zu keiner Durchmischung von geistlicher und Blutsverwandtschaft kommt. Die Patenschaft sollte nicht aufgehoben oder leichtsinnig angenommen werden, da sie für eine ernsthafte und gegenseitige Verantwortung und Respekt steht. Der Pate/in muss ein/e getaufte/r orthodoxe/r Christ/in sein, und er/sie muss die Grundlagen des orthodoxen Glaubens kennen, am liturgischen Leben der Kirche teilnehmen und das Glaubensbekenntnis während der Taufe rezitieren können.

Aus bekannten Gründen sind in letzten Jahrzehnten viele Menschen in unserem Volk unge-tauft geblieben. Glücklicherweise interessieren sich heutzutage viele für den Glauben und die Kirche und möchten nachträglich getauft werden. Was ist wichtig für die Erwachsenentaufe? Das Wichtigste zuallererst ist, dass die Person, die getauft werden will, es aufrichtig und aus freiem Willen tut. Weiterhin sollte sie die grundlegenden Wahrheiten des orthodoxen Glau-bens kennen und bei ihrer Taufe das Glaubensbekenntnis selbst aufsagen, und nicht der/die Pate/in, wie das bei den Kindern der Fall ist. Die Person sollte sich auf die Taufe durch das Fasten und das Gebet vorbereiten. Nach der Taufe sollte sie die Kommunion empfangen, so-wie fortan aktiv am Leben der Kirche teilnehmen.

 

Die grundlegende Vorbereitung für das heilige Sakrament der Taufe besteht darin, dass Eltern und Paten (sowie Kandidaten für die Taufe, falls sie bereits erwachsen sind) sich mit den grundlegenden Wahrheiten des Glaubens, dem Wesen des Heiligen Sakraments der Taufe, dem Glaubensbekenntnis, und den grundlegenden Gebeten (wie Vater unser, Jungfrau Maria, Gebet zum Schutzengel usw.) vertraut machen.

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